DWI: Pfad ist Höhepunkt der deutschen Weinkultur

Höhepunkt der deutschen Weinkultur

Die offizielle ÜBERGABE der Auszeichnung ist am 27.8.2010 19:00 anlässlich des Weinfestes der Bergsträsser Winzer eG erfolgt.

Das Deutsche Weininstitut (DWI) zeichnete in diesem Jahr erstmals "Höhepunkte der Weinkultur" in den deutschen Weinbauregionen aus. Es handelt sich dabei um besondere Orte, die die Geschichte und Tradition des Weinbaus, die Leistungen der Weinwirtschaft und das Kulturgut Wein dokumentieren. Der Startschuss des Projektes fiel  in Mainz auf den Kupferbergterrassen mit der Bekanntgabe der ersten 13 weinkulturellen Höhepunkte aus jeweils einem Weinbaugebiet.

"Mit dieser Aktion wollen wir die Menschen für unser Kulturgut Wein sensibilisieren und dazu animieren, selbst in die Regionen zu fahren, um dort vor Ort zu erleben, was Weinbau in Deutschland bedeutet", erläuterte die Geschäftsführerin des DWI, Monika Reule, das Projekt.

„Vielen Menschen - insbesondere außerhalb der Weinregionen - ist nicht bekannt, dass Deutschland ein Weinland mit einer über zweitausend Jahre alten Weinkultur ist, die die Menschen sowie die Land- und Ortschaften nachhaltig geprägt hat. Unsere Höhepunkte sind lebendige Zeitzeugen dieser Weinkultur und bieten für Touristen spannende Anlaufpunkte, um sich mit dem Thema zu beschäftigen“, so Reule weiter.

Eine unabhängige Jury hat aus über 100 eingereichten Vorschlägen in diesem Jahr 40 weinkulturelle Höhepunkte ausgewählt. Die weiteren Höhepunkte werden in Kooperation mit den jeweiligen regionalen Weinwerbungen im Laufe des Jahres im Rahmen separater Veranstaltungen bekannt gegeben und anschließend auch über die Internetseite des DWI www.deutscheweine.de vorgestellt. Darüber hinaus ist geplant, im kommenden Jahr die 40 ausgezeichneten weinkulturellen Highlights in einer eigenen Broschüre zusammenzufassen.

Die erste Urkunde für das Kupferberg-Museum konnte die DWI-Geschäftsführerin heute an den neuen Besitzer der Kupferbergterrassen, Wolfram Richter, der das Anwesen morgen offiziell übernehmen wird, überreichen. Dieser machte deutlich, dass das Museum und die historische Kelleranlage für ihn weiterhin ein wichtiger Teil des gesamten Areals sei, was in der weiteren Nutzungskonzeption selbstverständlich mit berücksichtigt werde.

Zu den Höhepunkten der Weinkultur zählen:

  • die Winzergenossenschaft Mayschoß-Altenahr (Ahr)
  • der Vulkanfelsgarten Winklerberg am Kaiserstuhl (Baden)
  • der Staatlicher Hofkeller, Würzburg (Franken)
  • der Erlebnispfad Wein & Stein, Heppenheim (Hessische Bergstraße)
  • die Weinlage Bopparder Hamm (Mittelrhein)
  • die Römische Kelteranlage in Piesport (Mosel)
  • das Freilichtmuseum Bad Sobernheim (Nahe)
  • der Weinort Deidesheim (Pfalz)
  • das Kloster Eberbach (Rheingau)
  • das Kupferberg Museum, Mainz (Rheinhessen)
  • die Weinbergshäuschen am Freyburger Schweigenberg (Saale-Unstrut)
  • das Staatsweingut Schloss Wackerbarth (Sachsen) 
  • das Fürstenfass im Pfedelbacher Weinbaumuseum (Württemberg)

 

Nachfolgend die Begründung der Entscheidung des DWI:

Hier gehen Wein und Kunst eine einmalige Verbindung ein: Auf dem Erlebnispfad "Wein und Stein" in Heppenheim an der Bergstraße wird die Kulturgeschichte des Weins in Kunstwerken erzählt.

Auf 6,9 Kilometern Länge finden sich hier insgesamt 70 Stationen zum Thema Weinbau – das dürfte europaweit ein einmaliger Rekord sein. Hier kann man Tage zubringen, und hat noch immer nicht ausgelernt: Das Jahr des Winzers, die römische Geschichte, Erhaltungszüchtung, Rebenernährung, Reblaus, Weinbergshäuschen - es gibt kein Thema, das hier nicht informativ und spannend aufbereitet ist. Höhepunkt des Rundwegs aber sind 14 Kunstwerke, die zentrale Stationen der Weinbaugeschichte an der Bergstraße in künstlerische Formen gießen.

Bereits vor 2000 Jahren entdeckten die Römer die Schönheit und das milde Klima der "strata montana", der Bergstraße. Sie pflanzten die ersten Reben auf den sonnenbeschienenen Hügeln, die erstmals in einer Urkunde von 755 erwähnt werden – natürlich im Kodex des Kloster Lorschs. Damit ist Heppenheim die älteste Weinbaugemeinde der Bergstraße – und die größte: Allein 230 Hektar der gerade 450 Hektar großen Rebfläche des Anbaugebietes Hessische Bergstraße finden sich in Heppenheim und seinen eingemeindeten Stadtteilen. Ihren Sitz hat hier auch der größte Weinproduzent des Anbaugebietes, die 1904 gegründete Bergsträßer Winzer eG, in der rund 500 Winzerfamilien entlang der gesamten Bergstraße etwa 265 Hektar Weinberge bewirtschaften.

Heppenheim war also die logische Wahl für den am 27. April 2007 eröffneten Erlebnispfad "Wein und Stein". In Zusammenarbeit mit dem UNESCO Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald und den Bergsträßer Winzern entstand ein einmaliges Projekt. Startpunkt ist der 1967 erbaute Winzerbrunnen, von da geht es durch die Weinlagen Steinkopf, Centgericht und Stemmler kreuz und quer durch die Heppenheimer Weinberge. Dabei darf zunächst der Blick auf die Starkenburg nicht fehlen, die einst zum Schutz des Klosters Lorsch errichtet wurde. Und dann geht es los: Bodenprofile, die Abstammung der Weinrebe, Bodenerhaltung, integrierter Weinbau, autochthone Rebsorten, Eichenholzfässer, Korkeichen und Klimawandel – über alles informieren ausführliche und übersichtlich gestaltete Schautafeln entlang des Weges.

Dazwischen aber ziehen immer wieder Kunstwerke die Augen der Wandernden auf sich: Da wird der Zyklus der Natur in einem überdimensionalen Kreisgebilde dargestellt, der "Strata Montana" und den alten Rebsorten ein Denkmal in Stein gesetzt, der "Dank an die Reben" ganz sinnbildlich verdeutlicht, und das Thema Wein und Stein wörtlich genommen: Eines der Kunstwerke montiert Weinflaschen in den Stein hinein – symbolische Verbindung von Terroir und Reben. Dazu wird den Römern an der Bergstraße ein Denkmal in Form eines Centurios gesetzt, und dem Sieg über die Reblaus gedacht: Eine überdimensionale Laus ragt, aufgespießt auf einer Lanze, weit über die Weinberge. Und schließlich erklärt eine riesige Wein- und Steinflasche ganz handfest die Haupt-Gesteinsarten der Georegion Bergstraße – ein echtes Sinnbild der Verknüpfung von Wein und Stein.

Presseberichte über die Verleihung:
BA-Online
Echo-Online
Deutsches Weininstitut