Die "Wein und Stein"-Weine

Edition Wein und Stein

Edition "Wein und Stein"

Die Edition erlesener Weine der Bergsträßer Winzer eG soll den Einfluss des Bodens auf den darauf wachsenden Wein symbolisieren und damit die besondere geologische Besonderheit der Bergstraße hervorheben.


Die Weine dieser exklusiven Edition sind im Viniversum sowie in unserem Online-Shop erhältlich:
Edition "Wein und Stein" im Online-Shop



Nachfolgend werden die einzelnen Etiketten der Edition "Wein und Stein" näher vorgestellt:

Das Mineral: Zinnober - Die Rebsorte: Saint Laurent

Zinnober - Saint Laurent

Natürlich haben wir dieses Mineral für das Etikett in erster Linie wegen seiner Farbe ausgewählt, die in wunderbarer Weise mit dem Rot des Saint-Laurent harmoniert. Die „Crown of Fenghuang“ leuchtet wie wenn ein inneres Feuer brennen würde. Die optische Wärme, die diese Kristallgruppe abstrahlt, ist vergleichbar mit der wohltuenden Wärme, die dieser Rotwein dem Genießer schenkt. Zinnober ist ein Quecksilbersulfit (HgS), das wichtigste Erz, das zur Gewinnung des einzigen bekannten flüssigen (!) Minerals „Quecksilber“ dient. Aber während dessen „Genuss“ fatale Folgen hätte, schenkt der Wein Leben und Gesundheit.... Der Kristall wurde vom Dipl. Geologen Gerd Wiedenbeck fotografiert und ist im Besitz eines Seemanns, der ihn bei seinen Reisen rund um die Welt immer als Glücksbringer dabei hat...

Der „blaue Saint Laurent“ ist eine sehr alte Rebsorte, die in Deutschland fast ausgestorben wäre. Inseln des Anbaus bestanden vor allem noch im Rheingau und im Kraichgau. Was lag näher, als genau in der Mitte zwischen diesen beiden Regionen - nämlich an der Bergstraße - dieser Rebsorte wieder Leben einzuhauchen. Der Weinberg im Heppenheimer Stemmler wurde - nach 18 Jahre langem Traum - im Jahre 1997 gepflanzt. Und schon ein Jahr später konnte ein „Jungfernwein“ geerntet werden. So bezeichnet man den ersten Ertrag, den ein Weinberg bringt. Nachdem auch unser Kellermeister seine Liebe zu dieser Rebsorte eingestanden hatte, war der Weg frei, die Erfüllung eines gemeinsamen Wunschtraums mit dieser limitierten und einzeln nummerierten Auflage zu feiern. Jahrtausende nachdem Stein, Wind und Wetter dafür die Grundlagen geschaffen haben.

Das Mineral: Turmalin - Die Rebsorte: Scheurebe

Turmalin - Scheurebe

Auch dieses Mineral haben wir wegen seiner Farbe ausgewählt, die in gewisser Weise symbolisch die Rebsorte Scheurebe darstellt. Diese ist nämlich eine Kreuzung aus weißem Riesling und grünem Silvaner. Gefunden wurde diese Turmalinstufe im Karakorum, dem „Dach der Welt“. Turmalin wird auch als Regenbogenmineral bezeichnet, da es in allen verschiedenen Farbübergängen des Regenbogens vorkommt, hier von weiß zu grün. Eine rein schwarze Variante „Schörl“ kommt übrigens auch an verschiedenen Stellen des Odenwalds vor. Edlere und klare Farbvarianten des Turmalins werden häufig zu Edelsteinen verarbeitet. Gesucht sind auch Dünnschliffe von mehrfarbigen Turmalin-Kristallen, die im Durchlicht ein besonderes Feuer entfachen. Der Kristall wurde ebenfalls vom Dipl. Geologen Gerd Wiedenbeck fotografiert. Diese Fotografie des Kristalls hat schon einen internationalen Wettbewerb gewonnen.

Die Scheurebe wurde nach ihrem Züchter Georg Scheu benannt, der wie oben beschrieben Riesling und Silvaner kreuzte. Charakteristisch für diese Rebsorte ist das intensive Muskataroma, weshalb die Scheurebe zu den Bukettsorten gezählt wird. In dieser Edition wurde eine liebliche Variante der Sorte ausgewählt, die das intensive Aroma in besonderer Weise zur Geltung bringt.

Das Geschmackserlebnis. Ein magischer Gegensatz
Unterschiedlicher und gegensätzlicher wie die beiden Weine Saint Laurent und Scheurebe können Weine eigentlich kaum ausfallen. Die extremen farblichen, geschmacklichen Unterschiede (trocken und lieblich) und Aromaunterschiede (Kirsch- und Muskatnoten) der beiden Weine dokumentieren in anschaulicher Weise wie ein Wein nicht nur von der Rebsorte geprägt wird, sondern auch vom Boden, auf dem er wächst. Die Kunst des Winzers und des Kellermeisters ist es, dies alles zu einer geschmacklichen Harmonie zu bringen. Unsere Empfehlung ist es, sich beim Genuss dieser Weine etwas anregen zu lassen von der Schönheit der Mineralien. Freuen Sie sich darüber, dass wir in der heutigen Zeit etwas genießen dürfen, für das die besondere geologische Entwicklungsgeschichte unserer Bergstraße vor vielen vielen Jahren schon den Grundstock gelegt hat. Freuen Sie sich über diese Weine genauso wie die beiden Mineraliensammler, die mit Hammer und Meißel die Schätze dem Dunkel der Erde entrissen haben.... Zum Wohl und Glückauf! – wie ein Mineraliensammler sagt ...

Das Mineral: Fluorit - Die Rebsorte: Riesling

Fluorit - Riesling

Aller guten Dinge sind drei:  Im Jahre 2001 kam ein Fluorit-Kristall in der Weinserie dazu. Ebenfalls von Gerd Wiedenbeck für uns festgehalten. Es ist ein glasklarer Kristall von einer weltberühmten Fundstelle in Asturien (Spanien). Dieses Mineral zeichnet sich durch oft perfekte Kristallwürfel oder Oktaeder aus. Das Farbspiel des Fluorit geht je nach Fundort von glasklar über nahezu alle grünen, blauen, violetten, seltener rosa Farbtöne bis hin zu rabenschwarz. Wegen dieser Vielfalt  gibt es Sammlerspezialisten, die sich ausschließlich nur diesem Mineral verschrieben haben.

Der Riesling ist der König der Bergsträßer Rebsorten. Der Wein ist an einer der besten Standorte der Bergstrasse gewachsen: In den Extrem-Steillagen auf der Südseite des Heppenheimer Schlossbergs unterhalb der alles überragenden Starkenburg und oberhalb der Gründungsstätte unserer Winzergenossenschaft. Dort wachsen auf heißen und trockenen Sandsteinverwitterungsböden fast in jedem Jahr die edelsten Rieslinge. von denen für diesen Selektionswein eine trockene Variante ausgewählt wurde. Der Wein besticht durch eine Klarheit und ein Farbspiel im Glas, das in faszinierender Art mit den Lichtreflexen des Kristalls harmoniert... Lassen Sie sich von beidem zum Träumen verführen…

Das Mineral: Topas - Die Rebsorte: Gewürztraminer

Topas - Gewürztraminer

Das Mineral Topas zählt mit einer Härte von 8 schon zu den Edelsteinen. Es kommt in vielen Farben vor. Dieser Kristall von einer mexikanischen Fundstelle harmoniert mit seinem Farbspiel auf wunderbare Weise mit den edlen goldfarbenen Reflexen des Weines. Der 4. Wein unserer Edition “Wein und Stein” (erstmals 2002) aus einer der edelsten und traditionsreichsten Rebsorten, dem Gewürztraminer, ist immer ein Juwel des jeweiligen Jahrgangs. Seine bei Vollreife typisch rotgoldenen Trauben enthalten in der Beerenhaut einen Blumenstrauß von Aromastoffen. Behutsam und mit liebevoller Sorgfalt vergoren, entfaltet er den charakteristischen feinen Rosenduft, der ihn so beliebt gemacht hat.

Das Mineral: Granat - Die Rebsorte: Spätburgunder

Granat - Spätburgunder

Der 5. Wein unserer Edition “Wein und Stein” aus der edelsten Rotweinsorte, dem Spätburgunder, ist ein Juwel der Bergstrasse. Die typischen roten bis blauschwarzen Trauben des Spätburgunder (Pinot Noir) enthalten in der Beerenhaut die besondere Farbe. Behutsam und mit liebevoller Sorgfalt vergoren und im Eichenholzfass gereift, entfaltet er sein charakteristisches Aroma. Seine leuchtende warme und granatrote Farbe harmoniert in besonderer Weise mit den geheimnisvollen warmen Reflexen des Spessartin, einer besonders schönen granatroten Variante des Minerals Granat. Jener kommt auf der Erde in vielen edlen Farbvariationen vor. Dieser Kristall von einer pakistanischen Fundstelle besticht mit seinem feurigen Farbspiel und dem Kontrast zu den weißen Kristallen von Quarz und Feldspat. 

Das Mineral: Aquamarin - Die Rebsorte: Spätburgunder (Weißherbst)

Aquamarin - Spätburgunder

Inzwischen ist das halbe Dutzend der "Wein und Stein Editionen" voll. Es wurde komplettiert mit einem Spätburgunder Weißherbst.

Die typische Farbe dieses Weines in der Natur als Kristallfarbe zu finden, ist nahezu unmöglich. Daher haben wir uns für einen klaren Aquamarin-Kristall aus dem Karakorum-Gebirge am Rande des Himalaya. Der fast bläulich wirkende glasklare Kristall hat etwas von der erfrischenden Kühle und Reinheit des Weines, wenn jener an einem lauen Sommerabend zum Sonnenuntergang genossen wird. Im Aquamarin eingelagerte Titan-Atome sind für dieses edle Farbspiel verantwortlich.

Ein Weißherbst aus dem Spätburgunder wird hergestellt durch schnelles Abpressen. So verbleibt die rote Farbe in den Beerenschalen und er erhält seine typische Tönung. Wer jemals von einer Bank am Erlebnispfad Wein und Stein den Sonnenuntergang auf der anderen Seite des Rheins erlebt hat, wird vieles vom Farbspiel des Minerals und des Weines am Himmel rund um die untergehende Sonne wiederfinden. Probieren Sie es einmal!
Die Klarheit des Kristalls und die Brillianz des Weines sind eine magische Komposition aus Licht und eingefangener Sonnenenergie der Rebe...

Das Mineral: Rosa Fluorit - Die Rebsorte: Rosa Chardonnay (Chardonnay rose)

Rosa Fluorit - Rosa Chardonnay

Im Jahr 2013 feierte dieser Wein seine Deutschland-Premiere: Der erste Weinberg dieser äußerst seltenen Variante des Chardonnay wurde 2011 direkt am Erlebnispfad Wein und Stein gepflanzt. Die Beerenfarbe der Rebsorte ähnelt der der Farbe des abgebildeten Rosafluorits auf frappierende Weise. Dennoch entsteht beim Ausbau des Weines daraus „nur“ ein weißer Wein mit dem charakteristischen, an tropische Früchte erinnernden Chardonnay-Geschmack.

Rosafluorit zählt zu den begehrtesten Mineralien überhaupt, da seine Farbe – ebenso wie bei der Rebsorte extrem selten ist. Sie entsteht durch Yttrium-Einlagerungen (= Seltene Erden Element). Die weltbeste Fundstelle, die Huanggang Mine in der inneren Mongolei (China) wurde exakt im Pflanzjahr dieses Weinbergs entdeckt.

Mineralstoffe im Wein

Über die Rebwurzel gelangen die Mineralstoffe des Bodens als Nähr-, Aufbau- und Regulatorstoffe bis in die Traubenbeeren und finden sich in deren Saft wieder. Etwa 3-4 g pro Liter sind im Traubenmost enthalten. In erster Linie sind es Salzverbindungen. Hierzu gehören z.B. Phosphate, und Karbonate der Elemente Kalium, Calcium, Magnesium und Natrium. Außerdem sind in geringen Mengen Sulfate, Chloride und Silikate sowie zahlreiche Spurenelemente enthalten.

In trockenen Jahren ist der Mineralstoffgehalt wegen der geringeren Bodenlöslichkeit etwas niedriger, in feuchten und warmen Jahren (z.B. 2000er) höher. Karge, felsige Böden haben wesentlich niedrigere Mineralstoffgehalte wie fruchtbare Böden, die typisch für die Bergstraße sind. Je nach geologischer Entstehungsgeschichte und - Herkunft bieten verschiedene Bodenarten den Reben ein unterschiedliches „Mineralangebot“. Dies ist eine Ursache für die unglaubliche Vielfalt der Bergsträßer Weine, denn die rund 225 (!) Bodenarten der Bergstraße hinterlassen unterschiedlichste Spuren im Wein.

Mit unserer Sonderausstellung zum Thema „Wein und Stein“ zum ersten Advent 2000 wollten wir diese Besonderheit dokumentieren. Die geologischen Merkmale finden sich wie auch in anderen Anbaugebieten in vielen Lagenamen der Bergstraße wieder. (z.B. Heppenheimer Steinkopf, Zwingenberger Steingeröll, Bensheimer Kalkgasse).

Auch die Rebsorten haben ein unterschiedliches Aufnahmevermögen für die verschiedenen Mineralstoffe. Manche Sorten benötigen viel Calcium (z.B. Chardonnay), andere viel Magnesium (Traminer, Ehrenfelser und Riesling), andere Sorten sind empfindlich bei zu hohen Werten dieser Elemente. Interessant und erfreulich ist, dass etwa im Boden befindliche Schwermetalle, die in der Regel unerwünscht sind, erst gar nicht von der Rebwurzel aufgenommen werden. Sie werden nur in geringem Umfang als Spurenelemente benötigt und wirken als Katalysatoren bei den Synthesevorgängen in der Rebe.

Weiterhin wird die Mineralstoffaufnahme der veredelten Reben durch die Wahl der Unterlage beeinflusst, weshalb die Winzer auf verschiedenen Böden trotz gleicher Rebsorte unterschiedliche Unterlagen verwenden, um das Optimum aus dem Boden herauszuholen.

Während der Gärung verwendet die Weinhefe einen Teil der Mineralstoffe im Saft zum Aufbau ihrer Körpersubstanz. Daher ist der Mineralstoffgehalt im späteren Wein etwas geringer als  beim Most oder beim bekanntlich besonders gesunden Federweißer. Bei maischevergorenem Rotwein bleiben die Mineralgehalte wegen der Auslaugung der Beerenschale geringfügig höher. Die nach der Gärung verbliebenen  Minerale im Wein (ca. 1,8 bis 2,5 g / Liter) werden beim Wein als „Asche“ bezeichnet, was auf ihre Bestimmungsmethode schließen lässt: Der Wein wird nämlich verdampft, anschließend werden alle organischen Stoffe verglüht (verbrannt) und zurück bleibt die Asche.
Je nach Zusammensetzung der Mineralstoffe im Wein und dem Anteil organischer Verbindungen kann es unter bestimmten physikalischen Bedingungen (z.B. Kälteschock) zur Ausfällung von Mineralstoffen kommen: Es bilden sich Salzkristalle. Jedem bekannt ist z.B. der Weinstein, die Verbindung von Kalium mit Weinsäure. Es gibt aber zahlreiche weitere Kristallformen im Wein. So sind die grießigen weißen Kristalle, die sich oft in edelsüßen Spitzenweinen finden, häufig Mucat-Kristalle. Dies ist das Calcium-Salz der so genannten Schleimsäure, die durch den Edelfäule-Pilz in diesen Weinen häufiger vorkommt. Mancher Laie hat diese wegen des Aussehens schon für Zuckerkristalle gehalten...

Für die Geschmacksbildung im Wein sind die Mineralstoffe von großer Bedeutung. Mineralstoffarme Weine schmecken „leer“ und „dünn“. Ihnen fehlt das „Gerüst“ und sie haben keinen „Körper“. Der bekannte Spruch „Wein ist die Milch des Alters“ hat seine Begründung auch darin, dass ältere Menschen die Versorgung mit Mineralstoffen auf angenehme Art mit Wein decken können. Deshalb empfehlen Ärzte älteren Menschen gerne Wein.

Die Verbindungen von Stein und Wein

Wie entstehen die Mineralstoffe im Boden? Alle Gesteine bestehen ursprünglich aus Kristallen. Je nach  chemischer Zusammensetzung, Witterung, Temperatur und Feuchte verwittern sie im Laufe der Jahrmillionen zu mehr oder weniger fruchtbaren Böden. Viele dieser Kristalle sind unscheinbar und erregen wenig Interesse. Aber die Launen der Natur lassen zuweilen die schönsten Kunstwerke entstehen. Jedes für sich ein vergängliches Einzelstück, genauso individuell und einmalig wie der Wein, der Jahrtausende später die verschiedenen Komponenten wieder auf seine Weise zusammenführt und zu neuen Kunstwerken vereint. Beide haben ihre Liebhaber, die oft bereit sind, für ihr Hobby vieles zu opfern und ihre Schätze viele Jahre zu hüten.

Aber dies ist nicht die einzige Verbindung. Weinliebhaber und Mineraliensammler haben auch eine gemeinsame Sprache, wenn sie ihre Lieblinge charakterisieren: Farbe, Glanz, Klarheit, Dichte, Reinheit und Brillanz sind bei beiden wichtigste Kriterien zur treffenden Charakterisierung. Je reiner, typischer und idealer die Ausbildung ist, desto höher ist der Wert. Die Härte ist beim Wein allerdings nicht so erwünscht wie beim Diamant...

Gemeinsam ist Mineralien und Wein auch der positive Einfluss auf die Gesundheit. Während er bei Mineralien aber mehr auf positive Gefühle und physikalische Einflüsse zurückgeführt wird, ist dieser Einfluss beim Wein inzwischen schon vielfach durch medizinische Studien eindeutig belegt.

Was die Bergstraße mit China gemeinsam hat...

Lößlehmböden sind charakteristisch für die Bergstraße. Sie stellen mit Abstand den größten Anteil unserer Böden. In den Lößböden der Bergstraße findet man häufig auch sogenannte „Lößkindl“. Den Namen haben sie daher, weil im Löß oft harte sandsteinähnliche Figuren entstehen, die nicht selten an menschliche Gestalten oder Tierfiguren erinnern. Häufig befinden sich hervorragende deutsche Weinlagen auf diesen fruchtbaren Lößböden. An der Bergstraße ist vor allem die Lage Heppenheimer Eckweg durch große Lößformationen geprägt und lässt somit den Anbau des wertvollen Spätburgunders zu. Das größte zusammenhängende Lößlehmgebiet der Welt liegt allerdings in Nordchina. Womit eine Verbindung zum Zinnoberkristall - zugegebenermaßen etwas weit hergeholt - hergestellt wäre. Aber noch etwas hat China mit dem Odenwald gemeinsam: Eine bis weit ins Mittelalter zurückgehende Bergbautradition! Kaum jemand weiß heute noch, dass damals im Odenwald und an der Bergstraße zahlreiche Bergwerke die Existenz der Bevölkerung sicherten. Spatwerke, Kupfer-, Blei-,  Mangan- und sogar häufig Silberabbau gehörten damals zur Selbstverständlichkeit. Und da gibt es noch eine Verbindung: In einem ursprünglichen Silberbergwerk in Schriesheim wurde wegen des hohen Kupfergehaltes später auch Kupfervitriol gewonnen. Und genau solches Kupfervitriol war die Rettung für den Weinbau in Europa, da es den Winzern damals half, die aus Nordamerika eingeschleppte Pilzkrankheit Peronospora zu bekämpfen! Ältere Mitbürger erinnern sich sicher noch an die blauen Weinberge um die Mitte des letzten Jahrhunderts...