Panorama der Bergstraße

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Die "Story" vom Pfad PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: WebAdmin   
Montag, 12. Januar 2009 um 14:51 Uhr

Kleine Pfadgeschichte 

Am 16. August 2005 um 13:39 war die eigentliche Geburtsstunde des Erlebnispfades Wein und Stein.

In einem Email an Herrn Prof. Dr. Karl Josef Sabel vom Hessischen Landesamt für Umwelt und Geologie stellte ich an diesem Tag die Frage, ob er sich so einen Pfad in Kooperation mit dem UNESCO-Geopark Bergstrasse Odenwald vorstellen könnte. Auslöser war die gerade stattfindende Exkursion der deutschen Bodenkundlichen Gesellschaft in Heppenheim. Zum ersten Mal sprach ich mit jemanden über meinem Traum von einem geologischen Weinlehrpfad, der die engen Beziehungen und Verflechtungen von Wein, Rebstock, Boden und Gestein in unserer Region vor Augen führen sollte.

Der Geburt war eine längere "Schwangerschaft" vorausgegangen, denn der Traum war in vielen Jahren zuvor gereift. Angefangen hatte es mit der Idee, Hobby (Mineraliensammeln) und Beruf (Dipl. Weinbauingenieur) irgendwie zu verknüpfen. Zu augenfällig waren die zahlreichen Schnittstellen und Parallelen zwischen beiden Fachgebieten, die mich fast zwangsläufig dazu inspirierten.

Das Erste war naheliegend: Einen Wein mit einem Etikett ausstatten, das Mineralien zeigte. Möglichst aus dem Odenwald sollten diese sein. Aber woher ein gutes Foto bekommen? Unsere Odenwald-Mineralien sind zwar sehr interessant, aber es gab zu wenig qualitativ gute Fotos. Mineralienfotografie ist schließlich sehr schwer und gute Fotografen selten. Also blieb es ein paar Jahre bei der Idee.

Dafür konnte ich mir in dieser Zeit einen anderen Wunsch erfüllen. Seit dem Berufspraktikum 1976 im Institut für Rebenzüchtung in Geisenheim hatte ich immer wieder an die wenigen dort im kleinen Glasballon vergorenen Liter einer Rebsorte gedacht, die damals kaum noch angebaut wurde: Der blaue Saint Laurent. 

Doch in diesen Jahren war die Bergstrasse noch ein reines Weißweingebiet. Rotwein war kein Thema; geschweige denn Saint Laurent. Zwanzig Jahre später war die Zeit mit Hilfe des Rotweinbooms aber reif: Einen Hektar groß wurde die erste Pflanzung im Heppenheimer Stemmler !Und noch etwas wurde in dem Weinberg "versteckt": Die ersten 5 Pflanzen des "roten Rieslings" - dem Urvater der wichtigsten deutschen Rebsorte Riesling.

Wieder ein Jahr später: Der erste Wein war gerade im Holzfass fertig vergoren und in der ersten Jungweinprobe faszinierte uns die Farbe und sein an Kirschen erinnernder Geschmack. Jetzt half Kommissar Zufall weiter: Wenige Tage später sollte der Besuch der Mineralienbörse in Heidelberg dazu dienen, die Sammlung im Dachgeschoß durch ein weiteres Unikat zu bereichern. Das war auch bald gefunden. Ein wunderschöner Zinnoberkristall hatte mich fasziniert: Dem Anbieter sagte ich: „Der Kristall hat die gleiche Farbe wie unser Saint-Laurent! Davon wünsche ich mir ein Foto für ein Wein-Etikett!“.

 „Können Sie von mir haben!“ Der die trockene Antwort gab, war Herr Gerd Wiedenbeck. Und seine Spezialität war Mineralienfotografie! Kurze Zeit später war das erste Etikett „Wein und Stein“ geboren. Später wurde daraus eine ganze Serie. Das sechste Etikett wurde zum Frühjahr 2007 fertig.

Was dann folgte, war kein Zufall mehr, sondern eher zwangsläufig: Zum Adventsmarkt im Jahr 2000 veranstaltete die Bergsträsser Winzer eG eine Ausstellung „Wein und Stein“. Vorträge,  Mineralienausstellung und eine Ausstellung der Originalausgabe der "Standortkartierung der Bergstrasse" aus den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts waren da schon Bestandteil und gaben mir Gelegenheit, mit Schautafeln Zusammenhänge zwischen unserer geologischen Vergangenheit und unseren Weinen anzusprechen.

Diese Ausstellung fiel zufällig in die Zeit einer anderen „Schwangerschaft“: Landrat Norbert Hofmann verfolgte seinerseits die Idee des „Geoparks“ Bergstrasse-Odenwald, der die Stärken unserer Region und Heimat nach draußen tragen könnte. Was lag da näher, als bei der Umsetzung des Projektes  einen „Geopark-Wein“ zu füllen? Und siehe da, möglicherweise war es gerade der Tropfen von der Bergstrasse, der die strenge Kommission dazu animierte, überraschend schnell das Geopark-Siegel an die kleine Bergsträsser Truppe zu vergeben, die zur Bewerbung  in die Wachau gereist war…

Die Kooperation zwischen Bergsträsser Winzer eG und Geopark war erfolgreich und weitere Ideen wurden umgesetzt. Ein Geopark-Sekt folgte. Bei der Auswahl tauchte zwangsläufig immer die Lage Steinkopf auf. Und als die Exkursion der Tagungsteilnehmer im August 2005 in einer Grabung das Bodenprofil genau dort unter die Lupe nahm, machte es „klick“. Am nächsten Tag schrieb ich das eingangs erwähnte Mail…

Keine 24 Stunden später war die Antwort von Herrn Prof. K.J. Sabel da: „Ja, das HLUG macht mit ! Die Kooperation mit dem Geopark ist prima“. Noch am gleichen Tag weihte ich Herrn Otto Guthier, Geschäftsführer der Bergsträsser Winzer eG und Vorsitzender des Weinbauverbandes Hessische Bergstrasse ein. Ein Termin mit den Vertretern des Geoparks wurde vereinbart. Das schnelle Signal von Frau Dr. Jutta Weber und Herrn Reinhard Diehl: "Ja, dass passt in unser Geopark-Konzept!"

Im September 2006 deutete ich unserem Bürgermeister Herrn Gerhard Herbert beim Zusammentreffen auf dem Bensheimer Winzerfest an:  „Es kann sein, dass da was auf Heppenheim zukommt…“

Im Oktober 2006 gab es die ersten Gespräche mit Herrn Prof. Ernst Rühl vom Institut für Rebenzüchtung in Geisenheim über mögliche Formen der Beteiligung am Projekt. Auch hier sofort die Antwort: „Wir machen mit und bringen gleich noch die Bundesforschungsanstalt als Partner mit.“ Schon zehn Jahre zuvor hatte mir das Institut ein Geburtstagsgeschenk gemacht und genau an dem Tage das Willbacher-Projekt  zum Erhalt dieser alten Sorte begonnen. Was lag da näher, nun die erste Auspflanzung der Forschungsergebnisse auch am geplanten Erlebnispfad unterzubringen?

Am 26. Oktober stellte Frau Dr. Jutta Weber das erste schon sehr konkrete Konzept vor. Die Ausführung sollte im Geopark-Design erfolgen. Die ersten Vorschläge für Stationen entstanden, die Wegstrecke wurde angedacht und Plätze für die Schilder ausfindig gemacht. Eine Präsentation wurde erstellt, um auch mögliche Sponsoren ansprechen zu können.

Am 25.11.2006 präsentierte sich der Geopark beim Adventsmarkt der Bergsträsser Winzer eG und Geschäftsführer Herr Reinhard Diehl zeigt den Gästen eine eindrucksvolle Show des Geoparks und wir konnten ankündigen, dass da eine weitere Kooperation mit dem Geopark „im Busch ist“.  Direkt im Anschluss sagte mir Herr Gerhard Röhrig auf meine Frage spontan zu, das Projekt zu unterstützen. Ein Stein fiel mir im wahrsten Sinne des Wortes vom Herzen. Am Schluß waren es ganze 35 Tonnen Steine, die heute entlang des Pfades stehen.. Die Zusage von Herrn Röhrig macht Mut, weitere Sponsoren anzusprechen.

Am 1.12.2005 erstellten wir zusammen mit dem Geopark einen Kostenrahmen und am 12.12.2005 bekräftigten Bergsträsser Winzer eG und UNESCO-Geopark in einem Schreiben ans Ministerium für Verbraucherschutz, Umwelt und ländlichen Raum ihre Kooperation mit der Bitte um Unterstützung.

Das Weinbauamt Eltville wurde am 15.12.2005 informiert und auch von dort kommt sofort die Zusage der Unterstützung insbesondere des Rebsortenprojektes mit einer Sondergenehmigung bezüglich der Anpflanzung bestimmter Sorten.

Am 30.12.2005 beschlossen Vorstand und Aufsichtsrat der Bergsträsser Winzer eG einstimmig, den Pfad in Angriff zu nehmen. Man versprach sich, einen weiteren Baustein fürs „Eventmarketing“ zu bekommen.

Anfang 2006 sagten auch die Firmen Josef Schmitt und Marmor-Lulay sofort zu. Die Zustimmung macht Mut, denn bis zu diesem Termin hatte noch keiner, der angesprochen wurde länger als 30 Sekunden gezögert, mitzumachen!

Am 24.1.2006 wurd die Strecke festgelegt und eine der wichtigsten Zusagen für einen wichtigen kulturhistorischen Schlüsselteil des Projektes, den Weinberg mit den autochtonen Rebsorten, kam von Familie Rau. Sie würde diesen Weinberg bewirtschaften.

Am 7.2.2006 wurde Herr Bürgermeister Gerhard Herbert über die konkreten Planungen unterrichtet und versprach, bis zur Eröffnung des Pfades, den fast 40 Jahre alten Winzerbrunnen instand setzen zu lassen. Der Brunnen sollte in seinem Jubiläumsjahr zum Start– und Zielpunkt des Erlebnispfades werden, da eine innerstädtische Parkmöglichkeit benötigt wurde.

Am 14.2.2006 bekräftigten alle bis dahin beteiligten Teilnehmer und Partner des Projektes ihren Part durchzuführen. Man wartete nun auf die Zusage zur Förderung aus dem Ministerium.

Diese kam am 13.6.2006. Damit war der Rest der Finanzierung gesichert. Es konnte losgehen. Im Geisenheimer Institut Geisenheim wurden die ersten Reben getopft und vorgetrieben und schon am 6.7.2006 verblüffte der Bürgermeister alle: Der Winzerbrunnen läuft schon wieder und im ersten Pressetermin kündigten UNESCO-Geopark und Bergsträsser Winzer eG in der Öffentlichkeit das Kooperationsprojekt an. Der Zeitrahmen war extrem ehrgeizig, denn schon 9 Monate später sollte das Kind zur Welt kommen…

Am 8.7.2006 pflanzten drei Winzergenerationen den historischen Weinberg mit autochtonen Rebsorten und am 18.7.2006 schwebte das Vino-Kino-Fass auf seinem neuen Standort ein.

Dann folgte kaum noch ein Tag, an dem nicht die Abendstunden draufgingen, um Material und Fotos zu sammeln, das für den Pfad interessant sein könnte. Das Fotoarchiv war schon in den Vorjahren entstanden. An den Wochenenden wurde geordnet und erste Schildertexte entworfen. Hunderte von Mails wanderten zwischen Frau Dr. Weber,  Frau Susanne Bühn, die das Layout erstellte, und mir hin und her. Im November und Dezember 2006 gab es die ersten Entwürfe. Ein Urlaub in der Oberpfalz wurde zum Arbeitsurlaub für die Entwürfe der Lehrtafeln. So waren die theoretischen Voraussetzungen geschaffen, vielleicht doch noch den engen Terminplan einhalten zu können.

Weitere Gespräche mit möglichen Sponsoren fanden statt und bei allen das gleiche frappierende Ergebnis:  Jeder war sofort dabei! Es bedurfte nur weniger Worte. Am Ende war es fast schon ein bisschen schwierig, noch geeigneten Platz für die Objekte zu finden.

Erstmals in den Gesprächen mit Herrn Ernst Goss, der die erste große Steinskulptur "Custode dei vigneti" stiftete gab es so etwas wie ein Gemeinschaftsgefühl der Beteiligten, zusammen etwas Großes zu bewerkstelligen, das keiner allein hätte erreichen können. Ein Gefühl, das sich bald auch bei allen anderen Betroffenen einstellte, die in irgendeiner Form beteiligt waren. Angefangen vom gesamten Geopark-Team mit Montage und Aufstellung der Schilder und Wegweiser. Herr Gerhard Röhrig nahm sich mehrfach die Zeit, bei der Auswahl der Granit-Blöcke zu helfen.  Die Herren Schmitt übertrafen die ursprüngliche Zusage für die Markierungen mit zusätzlichen Texten an besondern Steinen. Die Mitarbeiter des Gewässerverbandes, die uns unter der Leitung von Ewald Röder mit dem Kran beim Aufstellen der Steine tatkräftig unterstützten, gaben sich besondere Mühe, jeden Stein mit seiner Schokoladenseite ins rechte Bild zu setzen.  Eine regelrecht euphorische Begeisterung legten die Mitarbeiter der Firma Kilian an den Tag, als sie bemerkten, dass die neue Steinflasche etwas bis dato Einmaliges war. Nachdem diese als erstes weithin sichtbares Objekt am Steinkopf zu sehen war, waren es dann die Spaziergänger und Wanderer, die vor den ersten Schildern standen und mit ihrer positiven Reaktion einen weiteren Motivationsschub auslösten.

So fiel es in den rasend schnell vergehenden Wochen leichter, alles in Angriff zu nehmen. „Wir freuen uns, dass hier etwas passiert“ war einer der meist zu hörenden Sätze, wenn ein neuer Sponsor zum „Club“ beitrat. Verkehrs– und Heimatverein mit den Sitzbänken, Volksbank Bergstrasse mit der „strata montana“-Skulptur, Wohnbau Bergstrasse mit dem steinernen „Centurio“, Nibelungenland-Info mit „Terra Starkenburg“ seien als weitere Beispiele genannt. Ebenso wie die zahlreichen Firmen und Lieferanten, der Bergsträsser Winzer eG, die mit ihrer finanziellen Unterstützung Druck und Layout der Schilder finanzierten.

Besonderer Dank gilt den verschiedenen Autoren der Forschungsanstalt Geisenheim, auch Herrn Andreas Jung und Frau Sabine Knapp, die ihre Fachbeiträge  termingerecht einreichten.

Nächtelang waren die „Sitzungen“ mit Soundman Dirk Gugenberger beim Erstellen des riesigen Panoramabildes und beim Endschnitt der „Vino-Kino“-Filme, immer mit dem Ziel, der Perfektion ein Stückchen näher zu kommen. Damit diese heute auch unter Extremwitterungsbedingungen im Fass ablaufen können, sorgte Herr Bernhard Amthor mit der Beschaffung eines witterungssicheren Präsentationsbildschirms.

Der Dank wäre nicht komplett, wenn nicht auch die Winzer erwähnt würden, ohne die der Pfad nicht möglich gewesen wäre. Seien es die Mitglieder der Bergsträsser Winzer eG, aber auch die örtlichen Weingüter, die mit der Stellung von Flächen für Bänke und Skulpturen auch die Aufgabe übernommen haben, diese zu pflegen. Die Familie Rau, die den Willbacher-Weinberg baut, gehört ebenfalls dazu, wie die Mitarbeiter der Bergsträsser Winzer eG, die den Pfad auch künftig mit Leben erfüllen werden.

Es fällt schwer, an dieser Stelle all die unzähligen Eindrücke zusammenzufassen, die in den Wochen und Monaten des Aufbaus den „Wein- und Stein“-Pfad auch für mich zum Erlebnis machten. Es sei mir deshalb verziehen, wenn nicht alle Mitstreiter namentlich genannt werden können. 

Ich verbinde mit dem Pfad die Hoffnung, dass auch die künftigen Besucher des Pfades einen Hauch der Begeisterung für Boden, Wein und Landschaft in unserer Heimat verspüren, die treibende Kraft und Motivation für alle Beteiligten war. So sollte der Weinbau, der einst Anlass für die erste urkundliche Erwähnung Heppenheims war, auch in Zukunft eine tragende Rolle in der Geschichte unserer Stadt ausfüllen.

 

Nachtrag Weihnachten 2008:

Bis dahin war es eine Geschichte bis zur Eröffnung des Pfades. Ursprünglich sollte das Projekt damit beendet sein.

Doch der Pfad entwickelte ein "Eigenleben". Weitere Sponsoren kamen bald nach der Eröffnung hinzu. Unter Vermittlung von Herrn Landrat Mattias Wilkes förderte die Hessenagentur zusammen mit der Jägerschaft Heppenheims und Hambachs, den Firmen Kladek und Schilling und anderen Beteiligten den Bau der ersten Steinkopf-Webcam, der schon bald mit Hilfe weiterer Gönner die zweite folgte. Die Möglichkeit, die eigene Wanderung im Internet zu verewigen entwickelte sich sofort zum Renner. Freunde in aller Welt konnten nun gegrüßt werden und mancher verabredete sich, um zu einer bestimmten Uhrzeit irgendwohin in der Welt Grüße zu senden oder um an Silvester dort oben um Mitternacht das neue Jahr zu begrüßen. 

Die Geocacher entdeckten den Georeferenzpunkt und erste Beiträge im Internet erschienen. Schulklassen machten Ausflüge und die Besucher der ersten Stunde brachten ganze Gruppen mit. Die Strecke wurde unter Google-Earth verlinkt, zahlreiche Artikel in Zeitungen und Büchern erschienen und zwischendurch gab es immer wieder neue Ideen und Kunstwerke. So wurde auch die Idee von Frau Dr. Weber zu einem "mediterranen Garten" aufgegriffen und konnte Dank tatkräftiger Unterstützung der Familie Goss (Wegebau im Steilhang), der Jäger, Hessen Forst, Gartenbaumschulen Darmstadt, KLARA-NET und vor allem der Sparkassenstiftung der Sparkasse Starkenburg umgesetzt werden. Letztere sorgte auch mit der Einrichtung eines Kunstweges im  mediterranen Garten mit insgesamt 5 Kunstwerken für eine große Aufwertung. Perfekt war das Timing: Die Einweihung des mediterranen Gartens erfolgte genau am bis dato heißesten Tag des Jahres. Schweißtropfen unter Palmen im Weinberg...

Ebenso unvergeßlich war die Einweihung der Skulptur "zwischen Granit und Sandstein wird der Wein geboren": Diesmal sorgte ein Gewittersturm mit Blitz und Donner für eine echte "Taufe" des Kunstwerks, das in den Wochen zuvor live im Weinberg von Frau Eva Gesine Wegner aus Stein gemeißelt worden war. Es soll an die Geburtshilfe des Kellermeisters bei der Weinwerdung erinnern und ist dem in den Ruhestand verabschiedeten langjährigen Kellermeister Hans Jürgen Weber gewidmet.

Und schließlich ging, nachdem weitere Erlebnispfadtafeln erstellt waren, ein besonderer persönlicher Wunsch in Erfüllung: Der Reblaus, der schließlich unsere Familie den Lebensunterhalt verdankt, sollte ein "Denkmal" gesetzt werden. Möglich wurde dies durch eine Verkettung von glücklichen Begenungen - allesamt am Erlebnispfad. Innerhalb einer einzigen Woche ergaben sich zufällige Bekanntschaften und Gespräche, die bald zur Skulptur "Aus die Laus" führten, entworfen vom Künstler Siegfried Speckhard und gestiftet von Frau Rosemarie Cohausz mit Unterstützung von Josef Sartorius und Gerhard Röhrig. Die Skulptur steht nur wenige Meter von der Stelle, an der die erste Reblaus nach ihrer Wanderschaft quer durch Europa eintraf und die Bergstrasse als letztes deutsches Weinbaugebiet besiedelte.

Mit der Prominentenweinlese durch die "Botschafter der Bergstrasse" führte der Landrat des Kreises Bergstrasse, welcher inzwischen die Patenschaft über den Weinberg mit alten Rebsorten übernommen hat, eine hoffentlich lange dauernde Tradition ein. Und mit einer gemeinsamen Weinlese der Bensheimer und Heppenheimer Magisträte am Pfad wurde der Tag der deutschen Einheit nun auch zwischen den beiden Nachbarstädten mit Leben erfüllt.

Und eine andere Idee ist inzwischen 14 Jahre nach der ersten Testpflanzung verwirklicht: Der rote Riesling hat eine Wiedergeburt erlebt und wir können heute (Stand März 2009) mit Stolz sagen, dass wir inzwischen die "weltgrößte" Pflanzung dieser Sorte ausgerechnet in Heppenheim im kleinsten deutschen Weinbaugebiet unser eigen nennen. Mit dieser Verknüpfung der Themen "Erhalt genetischer Ressourcen" mit den Erkenntnissen des Klimawandels kann es gelingen, den künftigen Erfordernissen Rechnung zu tragen. So bringt vielleicht eines der zentralen Anliegen des Pfades - der Hinweis auf den Klimawandel - eine Lösung aus der Vergangenheit, nämlich aus der mittelalterlichen Warmzeit, in der viele alte wärmeliebende Sorten einmal zur dreifachen deutschen Rebfläche bis hoch zur Nord- und Ostsee geführt hatten:

Inzwischen sind rund ein Dutzend Erlebnispfad-Führer im Einsatz, um die zahlreichen Exkursionen und Wanderungen zu begleiten und mein besonderer Dank gilt ihrem Engagement in der Freizeit! Ohne die zahlreichen Sponsoren und vielen hier leider ungenannten Helfer wäre das Projekt nicht möglich gewesen. Ihnen allen ist es gelungen, ihre Verbundenheit zu uns Winzern und zu unserer Heimat und Weinregion in Deutschlands Frühlingsgarten zum Ausdruck zu bringen: Bergsträsser Wein ist nicht nur ein Getränk, es ist vielmehr ein Lebensgefühl.

Dieses Gefühl möchten wir auch unseren Gästen vermitteln. Ich hoffe daher, dass es auch in den nächsten Jahren gelingen wird, die Attraktiviät unseres Kooperationsprojektes weiter zu erhöhen. Dazu benötigen wir weitere Unterstützung und wir hoffen, dass wir vielleicht noch im Jahr 2009 den 100.sten Sponsor am Pfad begrüßen können.

Bald werden Sie hier die Möglichkeit vorfinden, sich im "Forum" als Mitglieder zu registrieren und eigene Anregungen, Beiträge zum Pfad oder auch Kritik anzubringen...

Auf Wiedersehen am Erlebnispfad Wein und Stein!

Reinhard Antes

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 30. April 2009 um 21:08 Uhr
 

Veranstaltungen Auswahl

  • Neue Stationen am Erlebnispfad im August 2010: Weiterlesen...

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  • 4. Frühlingsfest mit Jahrgangspräsentation

     

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  • "Sekt & Trüffel"

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  • „Kulinarische Weingala“

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  • Bilder vom Adventsmarkt 2009

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  • Ausstellung „Lebendiger Weinberg“ in der Bergsträsser Winzer eG

    Weinberge sind uralte Bindeglieder von Natur und Kultur. Mit ihrer Strukturvielfalt, Trockenmauern, Steinriegeln, Böschungen, Lößwänden und vor allem ihrem milden und mediterranen Klima stellen sie einen wichtigen Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen dar. Eine große Ausstellung zeigt die Facetten der Naturerlebnislandschaft Weinberg mit all ihren Schönheiten und erläutert Bedeutung und Funktion der speziellen Weinbergsflora und –fauna.

    Ausstellungsdauer der Wanderausstellung:

    Freitag 27.11.2009 (Eröffnung um 18:00 Uhr)

    bis 24.12.2009

    während der Öffnungszeiten der Bergsträsser Winzer eG

    zum Vorbericht zum Adventsmarkt in ECHO-Online

    und: Mit 50 Ausstellern neuer Rekord

    Weitere Infos zur Ausstellung hier (PDF-Datei):

    Bilderschau Flora und Fauna am Pfad

    Die Ausstellung ist ein Kooperationsprojekt der Umweltakademie Baden-Württemberg mit zahlreichen Verbänden und Beteiligten:

    Ausführlich hier: http://www.lebendiger-weinberg.de