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Die römische Villa am Fuss des Hemsbergs
Der siebenräumige Grundriss einer Villa aus Buntsandsteinquadern konnte vermessen werden. Tonscherben, Fußbodenplatten, Hohlziegel und andere Funde ließen auf die Geschichte schließen. Vermutlich im 3. Jahrhundert n. Chr. ist das gesamte Haus einer Brandkatastrophe zum Opfer gefallen. Der Gutshof stand an einem von der Sonne begünstigten Platz, der zudem gegen kalte Nordwinde geschützt war. Die Wasserversorgung hat für dieses römische Landhaus sicher kein Problem gebildet, denn noch heute fließt der Klingenbach 30 m südlich der Grabungsstelle. Auch verkehrsmäßig lag das Haus günstig, da die damalige strata montana in unmittelbarer Nähe vorbeiführte. Der Centurio Der Centurio ("Hundertschaftsführer" von lat. centum = Hundert) war die Bezeichnung für einen Offizier der römischen Legion. Normalerweise befehligte ein Centurio eine Einheit („Centuria“) der Auxiliartruppen. Der Name deutet zwar auf "hundert" hin, jedoch bestand eine reguläre Centuria schon sehr bald nur noch aus ca. 80 Legionären. Im Gegensatz zu Stabsoffizieren, die aus dem Ritter– oder Senatorenstand kommen mussten, stiegen Centurios immer aus dem Mannschaftsdienstgrad auf, damit konnte theoretisch jeder römische Bürger Centurio werden. In der Anfangsphase der Legion wurde der Centurio von seinen Soldaten gewählt, später durch den Legionskommandeur ernannt. Dabei bedurfte die Ernennung der Bestätigung durch den Kaiser. Er bildete das Rückgrat für die Disziplin und das Pflichtgefühl der römischen Armee. Es gibt eine viele Berichten über die Härte und Tapferkeit der Centurios. Im Gegensatz zu den Mannschaften und Unteroffizieren wurden viele der Centurios nach Ablauf ihrer Dienstzeit nicht entlassen, sondern blieben bis zum Tod in der Armee. Der Centurio war für Ausbildung und Ausrüstung seiner Legionäre verantwortlich. Er hatte das Recht, seine Leute auszuzeichnen und zu bestrafen; für Letzteres wurde auch vielfach der Weinstock, die "Vitis", ein Zeichen seines Ranges, eingesetzt. Sein Sold betrug mindestens das Vierfache von dem eines Soldaten. Er musste sein Zelt nicht teilen und hatte ein eigenes Reitpferd und ein zusätzliches Tragtier. Im Jahr des hundertjährigen Jubiläums erinnerte sich die Bergsträsser Winzer eG den römischen Ursprüngen mit einer Rotweincuvée Centurio ®. Der Name sollte einerseits an die Zahl 100 erinnern, andererseits die Ursprünge des Bergsträssers Weinbaus wach halten. Der Centurio ist inzwischen ein für die Bergsträsser Winzer eG geschütztes Warenzeichen. |



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