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| Über die Geologie des Geoparks |
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Zwischen Granit und Sandstein— Die Millionen Jahre alten Wurzeln der Geopark-Region Dr. Jutta Weber
So entstand der Kristalline Odenwald, der aus Tiefengesteinen (z.B. Granit, Gabbro) und Schiefern aufgebaut ist, im Erdaltertum bei der Kollision zweier Urkontinente. Die Sand- und Tonsteine des Buntsandstein-Odenwaldes wurden im Erdmittelalter in Flüssen und Seen abgelagert, während die Muschelkalk-Ablagerungen des Baulandes Zeugen eines Meereseinbruchs sind. Die Absenkung des Oberrheingrabens, der mit Kiesen, Sanden und Tonen gefüllt ist, begann vor etwa 50 Millionen Jahren. Folge dieser Bewegungen war eine einseitige Verkippung der randlichen Großschollen (Odenwald,im Osten, Pfälzer Wald im Westen). Hierdurch wurden die Gesteine im westlichen Teil des Odenwaldes bis auf das kristalline Grundgebirge abgetragen. Die ehemals die gesamte Region überdeckenden Buntsandstein-Ablagerungen finden sich nur noch vereinzelt in randlicher Position zum Oberrheingraben, wo sie als abgerutschte „Restscholle“ von der Abtragung verschont geblieben sind.
Die „Starkenburgscholle“ stellt ein derartiges Relikt dar und kann weithin als einziges Buntsandstein-Vorkommen entlang der Bergstraße gelten. Das Wahrzeichen der gesamten Region, die Starkenburg, wurde aus diesem Sandstein erbaut, der sich von den im hinteren Buntsandstein-Odenwald vorkommenden rot-violetten Sandsteinen durch seine hell-beige Färbung deutlich unterscheidet. Diese ist auf die Nähe zur Rheingrabenstörung und damit in Verbindung stehende zirkulierende Wässer zurückzuführen. Die einzigartige Landschaft der Bergstraße und des anschließenden Odenwaldes erhielt ihr heutiges Gesicht durch die formenden Prozesse der Verwitterung, Abtragung und Ablagerung erst in geologisch relativ junger Zeit - während der Eiszeiten (etwa 2 Millionen bis 10.000 Jahre vor heute). Auf diesem Jahrmillionen alten geologischen Untergrund entstand ein Mosaik von Bodentypen, das Vorbedingung und Potenzial zugleich für eine vielfältige und nachhaltige Nutzung dieses einzigartigen Natur- und Kulturraumes ist. In der Verbindung von „Wein und Stein“ wird dies auf besondere Weise deutlich: aus dem variierenden Gesteinsuntergrund, dem Löss aus den Eiszeiten und den daraus entstandenen Böden resultiert eine Vielzahl besonderer Wein-Lagen, so dass die Bergstraße als eines der vielfältigsten Wein-Anbaugebiete gelten kann. Aus dem Boden direkt in den Wein - der als „Terroir“ bezeichnete Charakter des Weins korrespondiert so unmittelbar mit der Geologie. Wein und Stein – sie sind die gelungene Verbindung der Jahrmillionen umfassenden Erdgeschichte, der daraus erwachsenen Natur und der Jahrtausende alten Kultur einer nachhaltigen Nutzung und Bewahrung der besonderen Landschaft der Bergstraße. Weitere Informationen zur Geopark-Region sind über die Geschäftsstelle in Lorsch erhältlich: Tel.: 06251-7079923 bzw. j.weber@geo-naturpark.de. |



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