Wer ist online
Wir haben 4 Gäste onlineZufallsbild 2
Zufallsbild 3
Zufallsbild 4
Zufallsbild 5
Zufallsbild 6
Zufallsbild 7
meistgelesen
| Integrierter Weinbau |
|
|
|
|
Der integrierte Weinbau ist eine ganzheitliche Einbeziehung von kultur- und anbautechnischen Maßnahmen für einen umweltschonenden Weinbau. Gesunde, von Schadorganismen befallsfreie Trauben sind Voraussetzung für gesunde, reintönige und sortenspezifische Weine. Diese Forderung ist mit den Grundsätzen eines integrierten Pflanzenschutzes in Einklang zu bringen: Integrierter Pflanzenschutz ist eine Kombination von Verfahren, bei denen unter vorrangiger Berücksichtigung biologischer, biotechnischer, pflanzenzüchterischer sowie anbau- und kulturtechnischer Maßnahmen die Anwendung chemischer Pflanzenschutzmittel auf das notwendige Maß beschränkt wird. Voraussetzungen, diese Forderung zu erfüllen, sind - Optimale Standweiten und Laubarbeiten - Flexibler nützlingsschonender Rebschutzmitteleinsatz - Wirkstoffwechsel im Sinne eines Resistenzmanagements - Rebschutzgeräte auf dem neuesten technischen Stand (Düsen, Dichtungen, Ventile) - Regelmäßige Pflanzenschutzgeräteprüfung, Prüfplakette 2 Jahre gültig - Tägliche Witterungsaufzeichnungen, insbesondere während der Vegetationsperiode - Führung eines Spritztagebuches - Häufige und termingerechte Kontrollen der Schaderreger - Name des Pflanzenschutzmittels, Aufwandmenge je Flächeneinheit, besondere Beobachtungen. Die Aufzeichnungen erfolgen häufig in einer „Schlagkartei“. Ein wesentlicher Bestandteil des integrierten Weinbaus ist die Schonung von Nützlingen als wesentliche Gegenspieler von Schädlingen. Ein Beispiel dafür ist die „Raubmilbenschonung. Auch die Begrünung der Weinberge mit einer möglichst artenreichen Begrünung ist eine Selbstverständlichkeit, die eine möglichst artenreiche Fauna ermöglicht und so indirekt einer einseitigen Massenvermehrung eines Schädlings entgegen wirkt. Warum Raubmilbenschonung ? Für uns sind Milben meist Schädlinge, aber es gibt Milben-Arten, die im Laub, im Boden oder auf Pflanzen leben und sich räuberisch ernähren. Für sie gilt der Sammelbegriff Raubmilben. Auf dem Laub der Weinberge kommt fast nur die Art TYPHLODROMUS PYRI vor. Sie ist weit verbreitet, was ein Aussetzen erübrigt. Man muss Raubmilben erkennen und durch Schonung die Population aufbauen. Raubmilben sind SCHUTZRÄUBER, weil sie vor den Schädlingen da sein müssen und dann den Wiederbefall verhindern, im Gegensatz zu Säuberungsräubern (z.B. Marienkäfer), die nach einem Befall erscheinen. Dies ist möglich, weil Raubmilben ortstreu und keine Nahrungsspezialisten sind. Sie ernähren sich von vielen Kleintieren, aber auch von Pocken- und vor allem Spinnmilben. Raubmilben können ohne tierische Nahrung überleben, indem sie Pollen und Perldrüsen verzehren. Wichtig ist, dass vor einem Rote-Spinne-Befall eine Raubmilbe pro Blatt vorhanden ist, dann gibt es keine Spinnmilbenprobleme. Mit dem Praktizieren der raubmilbenschonenden Spritzfolge kann langfristig auf Akarizidzusätze (=Milbenpräparate) verzichtet werden, was nicht nur Geld spart, sondern auch die Umwelt schont. Der große Vorteil von Raubmilben ist, dass jeder Winzer unabhängig von dem was sein Nachbar tut, seine Raubmilben in seinem Weinberg schonen kann. Solch ein Glücksfall ist bei Nützlingen sehr selten. Raubmilben schützen vor Neubefall auch im August und September, wenn die Weinbergsspritzungen schon längst abgeschlossen sind. |



50 Stationen Reben, Geologie 


