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Trockenbeerenauslesen — Die höchste Kunst des Winzers Eine Trockenbeerenauslese wird aus überreifen, rosinenartig eingetrockneten und edelfaulen Beeren gewonnen. Solche Weine können nicht jedes Jahr planmäßig hergestellt werden, da bestimmte klimatische Bedingungen unbedingte Voraussetzung sind. Wichtigste Bedingung ist, dass die Trauben während der späten Reifephase vom Botrytispilz befallen werden. Es entsteht die Edelfäule. Dabei entstehen winzige Poren in der Beerenhaut, wodurch bei anschließender trockener Witterung (= zweite Bedingung) das Wasser ganz langsam verdunstet und die Inhaltsstoffe der Beeren (Zucker und Extraktstoffe) ungeheuer konzentriert werden. Die Beeren schrumpfen rosinenähnlich ein. Nur diese Beeren werden mühsam einzeln von Hand gepflückt. Das Resultat sind „edelsüße“ Spitzenweine, die jahrzehntelang haltbar sind. Wo und wann genau diese Art von Weinen „erfunden“ wurde, ist nicht eindeutig festzustellen und sicher eher zufällig passiert. Das Phänomen der späten Lese wurde in südlichen Ländern schon vor unserer Zeitrechnung angewendet. Z. B. berichtet der römische Historiker Tacitus von einem Wein aus Karthago von getrockneten Trauben. Auch Plinius der Ältere schreibt, dass die Vocontier - ein Volksstamm in der Nähe von Marseille - künstliche Trockenbeerenauslesen herstellten. Man drehte Trauben am Stiel um oder schnitt den Stengel bis ins Mark ein, sodass die Trauben eintrockneten. In Europa beanspruchen mehrere Weinbaugebiete diese „Erfindung“ für sich. Eine exakte Beweisführung ist schwer möglich, da die Methoden und Kriterien unterschiedlich waren. Z.B. Tokajer 1650, Rheingau 1775. Vom legendären Weingut Château d´Yquem wird dies vom Jahre 1847 bezeugt. Dokumentarisch nachgewiesene und im heutigen Sinne eindeutige Trockenbeerenauslesen (von einem Riesling) stammen aus dem Rheingau aus dem überragenden Jahr 1921. Die erste Trockenbeerenauslese der Bergstrasse gelang der Bergsträsser Winzer eG im Jahr 1963. Von diesem Jahr an haben unsere Winzer immer wieder mit diesen Weinen für Schlagzeilen auch auf internationaler Ebene gesorgt. Mit dem Weingesetz von 1971 wurde für eine Trockenbeerenauslese das Mindestmostgewicht von 150 Grad Oechsle festgelegt. Diese Werte konnten hier wiederholt deutlich übertroffen werden. Lange Jahre hielt eine Heppenheimer Stemmler Scheurebe Trockenbeerenauslese von 1983 den Rekord mit 241 Grad. Im Jahrhundertjahr 2003 konnten in der Bergsträsser Winzer eG gleich 7 Riesling Trockenbeerenauslesen bis zu 252 Grad geerntet werden. Und im Jahr 2006 kletterte eine Müller-Thurgau Trockenbeerenauslese mit 304 Grad auf den Thron. |



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