„Der Erlebnispfad Wein und Stein ist hiermit offiziell eröffnet. Zum Wohle!“

Lehrpfad-Initiative: Bergsträßer Tropfen könnte am Winzerbrunnen sprudeln

HEPPENHEIM. „Der Erlebnispfad Wein und Stein ist hiermit offiziell eröffnet. Zum Wohle!“
Mit diesen Worten der 54. Bergsträßer Gebietsweinkönigin Christina I. endete um 11.30 Uhr am Freitag die einstündige Feierstunde am Heppenheimer Winzerbrunnen. Damit wurde das seit Wochen mit Spannung erwartete neue Projekt zur Belebung des Weintourismus aus der Taufe gehoben.

Bis zuletzt war an der Fertigstellung gearbeitet worden. Noch während der feierlichen Eröffnung am Le-Chesnay-Platz wurde im Weinberg gearbeitet. Schnell wurden die letzten Schilder aufgestellt, die am Vormittag per Kurier aus Darmstadt geliefert worden waren.

Zuvor hatten sowohl Vertreter der beiden Projektträger Bergsträßer Winzer eG (BGW) und UNESCO-Geopark Bergstraße-Odenwald wie auch von Stadt, Kreis und Land das Vorhaben gewürdigt. Und bei einem Glas Bergsträßer Primasecco mit den rund 50 geladenen Gästen auf „ein langes und zerstörungsfreies Leben des Erlebnispfades“ angestoßen.

Geopark-Geschäftsführer Reinhard Diehl verband seinen Wunsch mit dem Hinweis auf die zahlreichen Wanderwege in der Region. Der neue „Wein-und-Stein-Pfad“ sei dabei zwar nicht der größte, aber mit Sicherheit der spektakulärste Erlebnispfad an Bergstraße und Odenwald. Deshalb seien bereits drei der 45 Geopark-Ranger für „Wein-und-Stein“-Führungen speziell geschult worden. Den Weintourismus zu beleben, nannte auch BGW-Vorsitzender Reinhard Antes als eines von insgesamt sieben Zielen des 6,9 Kilometer langen Rundwanderweges durch fünf Weinlagen zwischen Heppenheim und Bensheim.

Der Initiator des Projektes erwähnte in seiner Ansprache die historische Verpflichtung, das kulturelle Erbe zu bewahren und die Kulturlandschaft zu erhalten. Das Verständnis für das Kulturgut Wein („mentale Beziehung zwischen der Ästhetik der Landschaft und der Qualität der regionalen Produkte“) müsse ebenso gestärkt werden wie das Bewusstsein für geologische und klimatische Besonderheiten, um der Verantwortung für die nachfolgenden Generationen gerecht zu werden. Schließlich fördere das Wandern durch die Weinberge die Gesundheit, sah Antes einen weiteren positiven Aspekt.

Ausgesprochen positiv wurde das „Leitprojekt für den Tourismus“, wie es Landrat Matthias Wilkes (CDU) formulierte, auch von den Vertretern der öffentlichen Hand gewürdigt.

Wilkes nannte die Bergstraße das „Herzstück des gesamten Geoparks“. Als dessen Vorsitzender verwies er auf das umfassende Informations- und Veranstaltungsangebot, bei dem der „Wein-und-Stein“-Pfad „Bildung par excellence“ vermittle. Vor dem Hintergrund der Klimaveränderung gelte es, das Erbe von Mutter Erde zu bewahren.

Der Schutz der „schönen Bergsträßer Landschaft“ wie auch die Stärkung von Weinbau und Tourismus zog sich auch durch das Grußwort des Heppenheimer Bürgermeisters Gerhard Herbert (SPD). Die Bergstraße sei zwar gut positioniert am Tourismusmarkt, so Herbert, aber mit dem neuen Erlebnispfad könne man gegen starke Konkurrenz noch besser bestehen.

Sowohl Bürgermeister Herbert als auch Landrat Wilkes zollten vor allem dem „Vater des Pfades“, Reinhard Antes, Dank und Anerkennung für „Überzeugungskraft, Hartnäckigkeit und auch Zielstrebigkeit“. Bei der Umsetzung seiner „visionären Idee“ habe er mit Jutta Weber von der Geopark-Verwaltung ein ideales Tandem gebildet, lobte Wilkes die Kooperationspartner.

Auf die beispielhafte Zusammenarbeit von Winzergenossenschaft und Geopark hatte zuvor auch Ulrike Mattig hingewiesen. Die Referatsleiterin im hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst hatte in Vertretung von Umweltminister Dietzel und Staatssekretär Lorz die Grüße der Landesregierung überbracht. „Der Wein schmeckt nach dem Weinberg“, zitierte sie ein Sprichwort französischer Winzer um die Verbindung von Reben und Böden zu unterstreichen.

Diese Verknüpfung von Erdgeschichte und Weinbau leiste der Erlebnispfad „Wein und Stein“ in vorbildlicher Weise. Damit habe die Region zugleich die Chance, aber auch die Verpflichtung den eingeschlagenen Weg weiterzugehen, betonte Mattig.

Als Vertreter von 50 Sponsoren und 100 Mitwirkenden sprach Helmut Engelhard. Der Vorsitzende des Heppenheimer Verkehrs- und Heimatvereins verwies auf den „bescheidenen Beitrag“ zur Aufstellung von 25 Ruhebänken. Die 4000 Euro, die als Spende hierfür bereitgestellt werden konnten, waren zunächst als Beitrag zur Überdachung der Freilichtbühne gedacht. Nachdem „die Stadt das Geschenk nicht haben wollte“, so Engelhard, habe man das Geld für dieses Identität stiftende Vorhaben umgewidmet.

Von dem nun fertig gestellten Projekt können sich am Wochenende auch die Heppenheimer und ihre Gäste aus nah und fern überzeugen. Mit einem Familienerlebnistag von Geopark und Odenwaldquelle am Sonntag sowie einem Frühlingsfest in der Winzergenossenschaft an beiden Tagen wird zur Eröffnung des „Wein-und-Stein“–Pfades ein buntes Rahmenprogramm geboten.

Quelle: Echo-Online · 28.4.2007

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