Wanderspione im Weinberg

Wein und Stein: Der Erlebnispfad zwischen Heppenheim und Bensheim macht schon vor Eröffnung neugierig – Messpunkt, an dem GPS-Geräte exakt eingestellt werden können

HEPPENHEIM. Getarnt hatten sie sich als gut gelaunte Wanderer und fröhliche Weintrinker. Zu Hunderten bevölkerten sie bei schönem Osterwetter die Weinberge zwischen Bensheim und Heppenheim. „In Wirklichkeit waren es Wanderspione“, kommentierte Reinhard Antes das Geschehen mit einem Augenzwinkern. Der Vorstandsvorsitzende der Bergsträßer Winzergenossenschaft kennt auch das Ziel der „Spionage“: Der neue Erlebnispfad Wein und Stein wecke bereits vor seiner Eröffnung großes Interesse.

Erst am letzten April-Wochenende (27. bis 29.) wird der 6,9 Kilometer lange Rundwanderweg offiziell eröffnet. Zwischen Heppenheimer Centgericht und Bensheimer Paulus wird er dann fünf Weinlagen miteinander verbinden und an 30 Stationen Wissenswertes zu den Themen Weinbau und Geologie, Klima und Kultur vermitteln.
Der gemeinsam mit dem UNESCO-Geopark Bergstraße-Odenwald entwickelte Erlebnispfad soll naturnahen Tourismus in der Region beleben, so Antes.

Zu den verschiedenen Attraktionen gehören auch große Skulpturen, die von Heppenheimer Steinmetzen gestaltet wurden. In den nächsten Tagen soll eine 2,30 Meter hohe, von Richard Lulay gestaltete Skulptur am Steinkopf ihren Platz finden (das ECHO hatte berichtet). Bereits vor einigen Wochen wurde ganz in der Nähe eine vier Meter große Gabbionenflasche von der Firma Kilianbau aufgestellt.

Direkt davor wurde ein großer Steintisch errichtet, der zum Verweilen einlädt und herrliche Panoramablicke über die Rheinebene bis zum Pfälzer Wald ermöglicht. Von den Wanderern an Ostern wurde er bereits eifrig in Anspruch genommen. „Aber auch hier war es mehr als nur die Vesper-Pause“, weiß Reinhard Antes. Die „Wanderspione“ haben mit der Wein-Vesper ihre wahre Absicht nur getarnt, vermutet er. Offenbar seien sie an dem Geo-Referenzpunkt, den man in Zusammenarbeit mit dem Amt für Bodenmanagement inmitten des Steintisches eingerichtet habe, sehr interessiert gewesen.

An diesem Messpunkt könnten GPS-Geräte mit einer Genauigkeit von weniger als ein Zentimeter geeicht werden. Reinhard Antes freut es jedenfalls, dass das neue Angebot von Winzergenossenschaft und Geopark bereits vor der offiziellen Eröffnung auf ein so großes Interesse stößt.

Quelle: Echo-Online

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